Schneller, höher, weiter

Die kleine Prinzessin, deren Leidenschaft nach wie vor das Laufen war, freute sich schon sehr auf das bevorstehende Ereignis. Nach all den Halbmarathons und Marathons wollte sie Neues versuchen. Ein Ultralauf soll es sein. Ein Lauf über die Marathondistanz hinaus! Dazu inspiriert wurde sie vor längerer Zeit, als Teil einer Teamstaffel. Wie würde es wohl sein eine so lange Distanz zu überwinden? Welche Emotionen durchlebt man in den vielen Stunden in denen man laufend unterwegs ist? Kann man dabei noch Lust am Laufen empfinden? Die Natur mit ihren Vorzügen genießen? All diese Fragen sollten beantwortet werden
Sie trainierte planmäßig ihre Ausdauer, kräftigte ihren Körper mit Kraftübungen und achtete sehr auf die Regeneration.

Bei einem längeren Trainingslauf kam ihr der Gedanke, was nach dem erfolgreichen Zieleinlauf sein wird? (Anmerkung der Redaktion: erfolgreich im Sinne von Ankommen)
Soll die Strecke zukünftig noch länger werden? Oder sind doch mehr Höhenmeter machbar? Oder steigt der Ehrgeiz diese Distanz schneller zu laufen?

Die kleine Prinzessin besann sich wieder und wollte sich erstmal auf das Kommende freuen und auf den Tag, auf den sie schon so lange wartete, in vollen Zügen genießen.
Erst dann sollte über Weiteres nachgedacht werden.

 

Der Ein oder Andere kennt diese Situation womöglich schon, sich für etwas entschlossen zu haben und auf dem Weg dorthin neue Ziele zu finden. Sich selbst immer wieder aufs Neue herauszufordern. Anzustreben die eigenen Grenzen zu erreichen. Aber wo sind unsere Grenzen? Wer legt diese fest und wann haben wir diese überschritten?

In ersten Linie verrät uns unser Geist in Verbindung mit unserem Körper wo die Grenzen liegen. Will der Kopf nicht, folgt der Körper gnadenlos. Anders verhält es sich so, dass der Körper am Ende seines Möglichen steht, der Kopf ihn aber zu Weiterem antreibt.
Ich habe das schon mehrmals bei Läufen erlebt. Wenn es sehr anstrengend wurde, und die Überlegung dahin ging, einen Teil der Strecke zu gehen oder gar aufzugeben, fiel das Leistungsniveau rapide ab. Erst ein paar positive Gedanken halfen mir über diese Phase hinweg.
Vielleicht habt Ihr das auch schon einmal an Euch selbst beobachtet.

Die Leidenschaft und der Wille lassen vieles Unmögliche möglich werden.
Zur Zeit meiner Laufanfänge hätte ich es nie für möglich gehalten 10 Kilometer am Stück zu laufen. Danach war die Distanz des Halbmarathons verlockend, dann Marathon und nun ist er da: der Wille nach mehr! Ein Ultralauf soll es sein.
Die Balance vom Wollen und Können ist nicht einfach zu finden. Momentan ist der Wille vorhanden. Mal sehen, ob das Können folgt.
Der Drang nach schneller, höher und weiter schlummert in jedem von uns.
Den zeitlichen Aufwand des Trainings für den Preis des persönlichen Erfolges muss jeder selbst tragen. Von nichts kommt nichts. Ich freue mich auf mein Vorhaben, meine neue eigene Herausforderung. Und allein diese Vorfreude war den Aufwand jeder Trainingsminute (Stunde) in den letzten Monaten wert.

Auf zu neuen Zielen.

Herzlichst, Eure Manuela

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Das Wollen des Anderen

Es war einmal eine Prinzessin, deren Leidenschaft das Laufen war.
Ihr Berater hatte ihr empfohlen, ergänzend Krafttraining einzubauen, und auch gelegentlich an einer Pilatesstunde teilzunehmen. Dies tat sie mit großer Begeisterung, zumal es eine Abwechslung für sie darstellte. Auch das empfohlene „neuartige Faszientraining“ bekam ihr sehr gut.
Nicht nur, dass sie sich nach einigen Wochen körperlich und mental stark fühlte, ihr Spiegelbild konnte sich auch sehen lassen.
Sie folgte den Ratschlägen ihres Beraters, auf dessen Denkweise sie sehr viel Wert legte. Schließlich ist sie seit langer Zeit verletzungsfrei und somit schien er zu wissen worauf es ankommt.

Da ging es der Prinzessin Mi aus benachbartem Königreich ganz anders.
Sie las in einer Zeitschrift von einem (wieder mal) neuen Programm, welches ihr helfen würde, schnellstmöglich körperlich in Form zu kommen. Waren ihr doch die Feiertage an der Figur anzusehen. Des guten Vorsatzes wegen, startete sie damit sofort.
Nun ja, das Aufwärmen wollte sie sich sparen, ebenso das Beweglichkeitstraining im Anschluss des Trainings. Es durfte ( für sie) keine Zeit verschwendet werden.
Und weil doch manchmal weniger mehr ist, hatte sie auch auf die eine oder andere Übung verzichtet. Und weil sowieso alles so anstrengend war, machte sie die Übungen äußerst nachlässig.
Es kam wie es kommen musste: sie verletzte sich dabei, warf die Zeitschrift in den Müll und erklärte Sport zu einer großen Gefahr in ihrem Leben.

Stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist, sich zur Hälfte an einen Plan zu halten, der noch nicht einmal auf einen persönlich abgestimmt ist?
Die meisten Menschen legen sehr viel Wert auf Individualität und entscheiden sich dann doch für ein Programm der Masse.
Es gibt Übungen und Methoden die für viele von uns geeignet sind. Wichtig ist jedoch immer auf eine korrekte Ausführung zu achten. Das Training soll ja nicht nur unseren Körper formen und die Ausdauer verbessern, sondern sich insgesamt positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Ein einseitiges Training trägt nicht zur Gesunderhaltung bei. Ein Training von Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit stellt eine gute Verletzungsprophylaxe dar. Diese muss ganz weit oben auf unserer Prioritätenliste stehen.
Sei noch erwähnt, dass selbst, bei gutem Körpergefühl, sich manches anders anfühlt als es tatsächlich ist. Wer einen Spiegel beim Training benutzt, hat diese Erfahrung bestimmt schon gemacht und konnte sich selbst in der Ausführung korrigieren.
Noch besser ist es, einen qualifizierten Trainer oder objektiven Trainingspartner an seiner Seite zu haben, der einen auf Fehler aufmerksam macht.

Allzu oft lassen wir uns von Bildern aus Fernsehen, Film und Zeitschriften beeinflussen. Zwar wissen wir, dass die Realität anders aussieht, dennoch streben wir ständig nach unserem Wunsch- und Idealbild.
Jedes Ziel bedarf einer Planung und der Entschlossenheit diese umzusetzen. Motivation und Durchhaltevermögen sind weitere Begleiter, um sein Ziel zu erreichen. Manches Mal dauert es ein wenig länger, aber auf seinem Weg zu bleiben lohnt sich.
Vielleicht kennst Du jemanden der mit seinem Training enorme Fortschritte macht und der Erfolg sichtbar ist. Aber das heißt nicht, dass das gleiche Programm denselben Einfluss auf unseren Körper hat.
Bleibt nur zu sagen, dass Ihr Eure Planung und die Trainingseinheiten auf Euch und Eure Bedürfnisse abstimmen solltet. Manches gilt es zu hinterfragen, und was sich nicht gut anfühlt, ist in der Regel auch nicht gut. Vertraut auf Euren Körper und ignoriert nicht seine Meldungen.

Herzlichst, Eure Manuela
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Speis und Trank

Es war einmal ein Königreich, in dem jeder genügend zu essen und zu trinken hatte.
Die leckersten Speisen wurden zu Hofe getragen, um den König und seine Familie zu verköstigen.
Vor allem der Prinzessin gefiel die Auswahl der Speisen, denn sie bemerkte bei Einigen die positive Wirkung auf ihren Körper.
Sie fühlte sich kräftig und ausdauernd, wenn sie sie sich ausgewogen ernährte, aber schwer und müde, wenn die Auswahl auf Süßes und Deftiges getroffen wurde. Dummerweise gab sie der Lust auf letztere Speisen zusehends nach. „Warum nur“, fragte sie sich „kann ich nicht die Finger davon lassen?“
Natürlich schmeckte alles so köstlich, aber sie wusste auch, dass ihr das Ein oder Andere nicht gut tat. Eine verzwickte Lage.

 Wieder einmal stand ein Wettlauf an, für den sie trainiert hatte. Die Ernährung musste noch optimiert werden, aber sie war zuversichtlich was den Lauf anging.
Am Tag zuvor besuchte sie, wie üblich, die Laufmesse und lies sich durch Equipment, Laufschuhe, Bekleidung und Supplementen inspirieren. Davon gab es reichlich zu testen. Besonders aufmerksam wurde sie auf einen magnesiumhaltigen Trank. Sie hatte schon des Öfteren mit Krämpfen gekämpft und Magnesium sollte das doch verhindern. Und so versuchte sie, mit diesem tollen, neuartigen Trank (das hatte der Anbieter versprochen) dies bei ihrem nächsten Lauf zu unterbinden.
Beruhigt durch das Wissen, den Lauf entspannt hinter sich bringen zu können (immer noch die Worte des Anbieters im Ohr) trank sie ihren Wundertrunk vor dem Start und machte sich auf dem Weg. Sie setzte Laufschritt um Laufschritt, mit dem Ziel vor Augen und war guter Dinge. Doch plötzlich machte sich ein flaues Gefühl im Magen breit.
Wie konnte das sein? Sie war gut trainiert, hatte genug Flüssigkeit zu sich genommen, die Ernährung optimiert (okay, vielleicht zu spät), auch das Wetter war perfekt. Oh!

 Da dämmerte es ihr! Sie hatte ausreichend getrunken! Ihren tollen Wunderdrink. Aber erprobt hatte sie die Verträglichkeit davor nicht. Das rächte sich jetzt fürchterlich. Sie musste das Tempo entschieden reduzieren und kämpfte den Rest der Strecke mit sich und den Bauchschmerzen. Mit, gefühlt, unendlich verlorener Zeit erreichte sie das Ziel und war erleichtert, dass es ihr langsam wieder besser ging.
Das war der kleinen Prinzessin eine Lehre.
„Nutze im Wettkampf nur Dinge, die du zuvor schon getestet hast.“

Wem von Euch erging es schon einmal wie der kleinen Prinzessin?
Man hat sich optimal auf ein Event, einen Lauf oder sonstigen Wettkampf vorbereitet und kurz davor beschlossen, sich neue Bekleidung, Schuhe, Ausrüstung oder Supplemente zu besorgen, um diese am entscheidenden Tag einzusetzen.
Leider wurde neu im Wettkampf getestetes schon so manches Mal zum Verhängnis des Starters geworden.
Der neue Laufschuh drückt, sorgt für Blasen, oder schlimmer, für Probleme im Bereich der Bänder-Sehnen oder Knochen und verursacht üble Schmerzen.
Ein Bekleidungsstück reibt an ungewöhnlichen Stellen (wer das schon erleben musste, weiß wie schmerzhaft das sein kann), oder der neue GPS-Sensor funktioniert nicht, die Herzfrequenz findet sich nicht und die Bedienung ist doch nicht selbsterklärend (wie in der Kurzbeschreibung versprochen). Alles ärgerlich, wenn man sich nur auf das Geschehen konzentrieren möchte.
Besonders Nahrungsergänzungsmittel oder Supplemente sollten zuvor versucht werden. Die Zusammenstellung ist nicht immer für jeden verträglich, und an einem Wettkampftag mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen ist mehr als ungünstig, zumal die Herausforderung an sich schon genug Kraft kostet.
Kohlensäurehaltige Getränke, die des Öfteren bei Rennen angeboten werden, können ebenso zu einem Problem werden. Wenn das Trinken im Lauf noch nicht trainiert wurde,- erst Recht!
Zu erwähnen sind noch Bananen, welche es zu genüge bei Läufen gibt. Ihr solltet wissen, dass die Verdauung dieser, um uns die nötigen Kohlenhydrate zu liefern, etwa 2 Stunden dauert. Fragt sich, wie sinnvoll es ist, den Magen damit während des Laufes zu belasten.
Auch Gels sollten unbedingt auf Verträglichkeit getestet werden. Ausreichend Wasser dazu zu trinken ist ein Muss.

Ich empfehle Euch, vor Euren Wettkämpfen alles zu überprüfen und mehrmals zu testen.
Ein Wettkampftag hält genügend Überraschungen parat, -vermeidbare machen das Erlebnis schöner!

Herzlichst, Eure Manuela

 

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Barrieren und andere Hindernisse

Es war einmal eine Prinzessin (ja ihr ahnt es vielleicht schon) deren Leidenschaft das Laufen war.
Sie erfuhr eines Tages von einem Lauf, bei dem Hindernisse überwunden werden sollen. Das schien ihr eine willkommene Abwechslung in ihrem Läuferalltag zu sein.

Als man ihr erzählte, das Wasser bei dem Lauf eine große Rolle spielen würde, wurde sie skeptisch und die anfängliche Freude trübte sich. Sie mochte kein Wasser. Vielleicht im Sommer, -da kam ihr eine Abkühlung im königlichen See gerade recht, aber ansonsten war es nicht ihr Element. Nein, ganz und gar nicht! Um genau zu sein: sie hasste Wasser!

Nichts desto trotz plante sie daran teilzunehmen. Sie freute sich letztendlich darauf und startete in einem Team mit Gleichgesinnten. Das machte die Sache zu etwas ganz Besonderem.

Alle Teammitglieder trugen dieselben Shirts, spornten sich gegenseitig an und motivierten sich.
Die kleine Prinzessin hatte auch eine Lauffreundin gefunden, mit der sie (trotz aller Anstrengung und Überwindungen) unglaublich viel Spaß an der Sache hatte.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten (zwei Sicherheitsnadeln der Startnummer hatten sich gelöst) ging es steil bergauf (im wahrsten Sinne des Wortes) in ein Abenteuer, welches schöner und grausamer zugleich nicht sein konnte. Das tragen von Holzblöcken und Sandsäcken rauf und runter war zwar ein Kraftakt, der jedoch gut zu bewerkstelligen war.

Das Hochklettern aus dem Wasser an einem nassen Seil gestaltete sich schon schwieriger.
Sich eine Zahlen-Buchstaben-Kombination zu merken schien bei all der Aufregung unvorstellbar- und das Durchqueren der Matschfelder brauchte Überwindung. Obwohl, -nein keine Überwindung. Das Team und die Zuseher trugen sie förmlich darüber hinweg, oder unter Stachelzaun und Netze hindurch.

Dass die Kraft der kleinen Prinzessin nicht endlos war, musste sie an dem Klettergerüst erkennen. Für eine nicht bestandene Station galt es, Liegestützsprünge zu machen. Dreißig Stück an der Zahl!
Kräfte zehrend, aber machbar!
Ein Strohballen musste mit einer Speerspitze (oder etwas, was danach aussah, aber niemals einem solchen Werkzeug gleichkam) mit dem ersten Wurf getroffen werden. Keine Chance!

Nun ja, das Wasser!
Der erste Kontakt mit dem kalten Element war nicht so schlimm wie befürchtet.
Bei der zweiten Tuchfühlung musste sie (weil sie zu klein war) jedoch schwimmen. Die letzte Station im Wasser versetzte sie jedoch in Angst und Schrecken.
Nachdem sie zuvor schwimmen musste, dachte sie nicht daran, dass es noch schlimmer werden könnte Aber es kam schlimmer!
Wäre da nicht ihre Lauffreundin und ein Teil des Teams gewesen, stände sie womöglich heute noch vor dem Hindernis. Nichts wie rein in das (eis-)kalte Wasser, Augen zu und viermal auf Tauchstation, unter Holzbalken, die über den Bach gelegt wurden, durch. Bewegungseingeschränkt (vor Kälte) über ein Netz zu klettern war dann gar nicht mehr so einfach wie man es vermuten würde.
Das Kälteempfinden stieg danach rapide an, trotzdem gelangen die noch zu bewältigenden Anforderungen ganz gut.
Als letzte Aufgabe galt es über ein Feuer zu springen, welches sie mit ihrer Freundin, Hand-in-Hand mit Freude und Stolz, in das Ziel kommen ließ.

Was für ein großartiger, unvergesslicher Moment!

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Die Teilnahme an einem Hindernislauf ist etwas Großartiges. All diejenigen, die sich noch nicht an dieses Erlebnis gewagt haben, kann ich nur empfehlen es zu versuchen.
Ich hatte das große Glück in einem Team zu starten, welches, in jeder Art und Weise, zur Unterstützung für mich und andere da war.
Aber auch als Einzelstarter wird es zu einem unvergesslichen Abenteuer werden, den alleine bist du nicht.

Es gibt viele Arten von Läufern.
Langstreckenläufer, Sprinter, Genussläufer, ambitionierte Freizeitläufer, Bergläufer und Hindernisläufer.
Ich bin der Meinung Ihr sollt vieles probieren, um zu wissen, in welchem Terrain Ihr Euch wohlfühlt. Welche Art des Laufens Euch gefällt, oder welche weniger.

Ich habe schon immer mit einem Hindernislauf geliebäugelt, jedoch schreckte mich das Wasser ab. Allerdings wollte ich mir den Spaß nicht durch meine Scheu an der Sache nehmen.
Es gibt eben Dinge im Leben, die sollte man auf jedem Fall einmal gemacht haben.
Das Beste daran: noch nie zuvor hatte ich diese Art an Emotionen und einen solchen Wechsel dessen erlebt,-und das auf 5 km.

Wie bei allen Wettkämpfen kann man sich auf diesen ebenso vorbereiten.
Kraft in Armen und Beinen sind sehr von Vorteil und wer der Seilkletterei nicht mächtig ist, sollte dies zuvor zumindest versucht haben. Ebenso fordert es ein wenig Geschick und Kraft sich an den Monkey Bars fortzubewegen.
Warum nicht Dinge wagen, die nicht unbedingt auf Anhieb gelingen, aber sehr erfreuen, wenn man sie doch geschafft hat.
Bedenke „Wer immer tut was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“
(Henry Ford)

In diesem Sinne…

Herzlichst, Eure Manuela

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Danke Cindy und danke Munich Elite Warriors!

Von Motivation und Erschöpfung

Es war einmal eine Prinzessin, deren Leidenschaft das Laufen war.
Wann immer sie Laune und Gelegenheit dazu hatte, zog es sie hinaus in die Natur um neue Wege zu erkunden. Sie schnürte ihre geliebten Laufschuhe und schon ging es los hinaus in die Welt. Ohne Kümmernis und doch mit Sorgfalt, setzte sie einen Laufschritt nach dem Anderen. Sie lief über Wiesen und Felder, über steinige oder asphaltierte Wege, lauschte dem Zwitschern der Vögel und genoss die Wärme der Sonne, oder manches Mal auch die Tropfen des Regens oder Kristalle des Schnees.

Eines Tages bot es sich an, an einem Wettlauf teilzunehmen. Frohen Mutes und guter Dinge startete sie euphorisch in einen bisher für sie unbekannten Trainingsalltag. Der Gedanke an eine neue Herausforderung, zielorientiert und gut durchdacht, beglückte sie ungemein.

Bei dem besagten Rennen lief es besser als erwartet und sie fragte sich, ob es nicht möglich wäre, mit verstärktem Training, eisernen Willen, und dementsprechendem Ehrgeiz nicht auch größeren Erfolg zu erzielen?
Mit Freude lief sie tagein und tagaus. Immer weiter, schneller, weiter und schneller. Mehr Training muss doch auch ein besseres Ergebnis mit sich bringen! Ihre Motivation leistete einen weiteren Beitrag, das Geplante in die Tat umzusetzen.
Zusätzlich erreichte sie die Einladung an einem Spiel teilzunehmen. Kilometer zu sammeln, Kilometer zu erlaufen, wöchentlich, monatlich. Immer mehr. Dazu ergab sich ein weiteres Programm um ihr Können zu verbessern. Alles in allem passend zu den Plänen der Prinzessin. Kurz entschlossen und ohne große Überlegung folgte sie sämtlichen Einladungen. Doch hatte sie dabei vergessen, dass sie sich auch um andere Dinge kümmern musste.
Das Alltägliche musste Platz finden und Aufgaben weiterhin erledigt werden, dabei wollte sie auch ihre Freunde nicht vernachlässigen. Mit Mühe versuchte die Prinzessin alles unter einen Hut zu bringen. Sie versuchte alles und allem gerecht zu werden. Dabei verausgabte sich so sehr, dass sie eines Tages kraftlos, lustlos und motivationslos wurde und nicht wusste, wie sie all die vielen Aufgaben bewältigen sollte.
Sich die Frage stellend, inwiefern Motivation durch Andere einem gut tun würde (unter Berücksichtigung der eigenen Interessen) erkannte sie die Wichtigkeit des eigenen Handelns.

Viele von uns haben schon dem einen oder anderen Projekt zugesagt, bevor wir tatsächlich darüber nachgedacht haben, ob es zeitlich überhaupt zu bewältigen ist.
Oft sind wir fasziniert von einer Idee, motiviert von Freunden oder verpflichtet Leistungen zu erbringen und beteiligt sich bei möglichst vielen Unternehmungen. Jedoch kann die anfängliche Euphorie früher oder später zur Last werden. Man fragt sich warum? Es wurde doch jede Anforderung zu mehr als 100% erfüllt!
Doch eine Verbesserung oder ein Erfolgserlebnis bleibt aus. Mit großer Sicherheit lässt auch die eine oder andere Anerkennung noch auf sich warten.

Was wir alle unterschätzen, und doch hoffentlich wieder im Wert steigen lassen, ist die Erholung.
Sich Zeit zu nehmen, eine Auszeit zu nehmen.

Die Meisten von Euch kennen die Notwendigkeit einer Pause. Jedoch wird die Erholungsphase als nicht so notwendig erachtet. Die Freizeit ist schon lange keine freie Zeit mehr. Man findet einfach nicht zur Ruhe, -will oder kann eine gewisse Rast nicht zulassen.
Der Körper kann nur in Erholungsphasen Reparaturarbeit leisten. Sich dabei auf neue Belastungen vorbereiten, um mental und körperlich stärker zu werden.
Hast Du Dir schon einmal folgende Fragen gestellt:

Ist es nötig eine Perfektion zu repräsentieren die es eigentlich gar nicht gibt?
Und überhaupt, muss man in allem einen Kampf oder Wettkampf sehen?
Wie wäre es damit das Leistungsniveau an sich anzupassen, anstatt immer nur die Erwartungen anderer zu erfüllen?
Wie wäre es damit Prioritäten zu setzten?

Einfach zum Nachdenken…

Herzlichst, Eure Manuela

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Wie der Gedanke zu mir fand

Es war einmal ein Mädchen (oder eine Dame mittleren Alters), deren Passion das Laufen war.
Egal zu welcher Jahres- oder Tageszeit, ob Regen oder Schnee, ob lange oder kurze Strecken, ob flaches oder bergiges Terrain, ob alleine, in der Gruppe oder als Team, ob zur Entspannung, als Training oder im Wettkampf. Das alles spielte keine Rolle. Entscheidend war die Begeisterung für ihr Tun. Die Leidenschaft zu laufen, sich zu bewegen.

Eines Tages ( bei einer ihrer morgendlichen, glückseligen Laufrunden) überlegte sie, diese Begeisterung in die Welt zu tragen. Andere Geschöpfe ebenso zu begeistern, mitzureißen und zu motivieren. Es ihr und vielen Mitläufern und Mitläuferinnen gleich zu tun. Doch wie sollte sie das anstellen?

Sich selbst darzustellen? Macht wenig Sinn. Das versucht schon ein großer Teil von sportlich aktiven Characteren und sie wäre mit ihrer Idee nur ein weiteres kleines Licht bei all den kleinen und großen Sternen am Himmel (oder in der Welt des World Wide Webs).

Berichten? Wovon? Dem Alltag? Für viele zu langweilig.
Der Freizeit? Die meisten haben zu wenig davon und interessieren sich nicht oder nicht genug für Aktivitäten der Mitmenschen. Zu Recht. Bleibt einem in der schnelllebigen Zeit ohnehin viel zu wenig von den wertvollen Stunden für die Dynamik des Alltags.

Sie lief verträumt und dem Alltag entflohen vor sich hin und dachte nach. Plötzlich passierte es! Ein Gedanke kreuzte den Weg des Mädchens (oder der Dame mittleren Alters) und hielt in ihrem Geiste inne.
Wie wäre es Märchen zu erzählen? Wer lauscht nicht gerne einem Erzählenden? Dazu in einer Art und Weise, wie es heutzutage nicht mehr üblich ist. Ja, das schien ein durchgreifender Gedanke zu sein. Einmal erschienen und dann auch geblieben.

So entstand eine neue Idee. Die Geschichte einer Leidenschaft, von der viele berichten, aber nur wenige erzählen.

Vielen von Euch geht es bestimmt wie dem Mädchen in vorangegangener Erzählung. Beim Laufen fließen die Gedanken. Vieles wird verarbeitet, Selbstgespräche werden geführt, das nächste Meeting oder Gespräch in Gedanken vorbereitet. Schon lange Zurückliegendes wird verarbeitet, gedanklich Neues gesponnen und mit einem anderen, besserem Ende versehen. Vielleicht ein „Worst Case“ projiziert, um dann innerhalb eines weiteren Läuferkilometers eine Lösung gefunden zu haben.
Ja, Laufen macht frei! Unendlich!
Wer fühlt sich nach einer gedrehten Laufrunde nicht besser, freier, zufriedener? Schon der Gedanke an dieses Wohlbefinden danach, läßt viele von uns die Laufschuhe schnüren. Manches Mal fällt es trotzdem nicht ganz so leicht, sich auf den Weg zu machen. Den ersten Schritt zu setzten. Aufgaben, Projekte oder Alltägliches muss noch erledigt werden.
Eine Erkältung ist im Anmarsch, oder noch nicht ganz ausgestanden. Besuch wird erwartet oder man hat viel zu viel Zeit mit unwichtigen oder ausschließlich wichtigen Dingen verbracht. Gesetz des letzten Falles sollte doch einmal über die Wichtigkeit verschiedener Unternehmungen nachgedacht werden! Alles der selben Priorität zuzuordnen und in Perfektion erledigen zu wollen verstärkt den Umstand sich in ein Bornout zu katapultieren.
Vielleicht waren aber auch die vielen wöchentlichen Kilometer, die man ständig versucht hat zu steigern, plötzlich doch zu viel geworden? Weil man bei all´ den Aktionen und Challenges mitgemacht hat. Sich zwar das ein oder andere Mal gefragt, ob man das zeitlich überhaupt schaffen kann und sich dann mit einem „Ja“ dafür entschieden hat. Womöglich ist das einer der Gründe, warum sich eine Müdigkeit oder Lustlosigkeit breit macht.
Sei mal ganz ehrlich: standest Du nicht auch schon einmal in sorgfältig ausgewählter Läufermontur, bewaffnet mit GPS und Klangmaterial für´s Ohr an der Tür um dann festzustellen: Nein, heute wird das nichts!
Manches Mal ist eben nicht der Tag, Geplantes in die Tat umzusetzen. Vielleicht flüstert uns dann ein kleines Engelchen (oder Miesepeterchen) etwas zu, was wir in dem Moment zwar wahrnehmen, aber wohl doch nicht verstehen. Oder nicht verstehen wollen.
Wie wäre es mit Regeneration? Sich die Freiheit zu nehmen, mal Auszeit zu nehmen?
Aber dazu mehr in der nächsten Geschichte.

Herzlichst, Eure Manuela

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